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Mountainbike - Transalp Dolomiti

24.08.2018

1. Tag # Sterzing > Mühlbach > Rodenecker Alm > St. Vigil  # 77 Km – 1851 Hm

Am Vorabend hatte uns Luggi zur Unterkunft in Sterzing gefahren damit wir entspannt unsere Transalp „Dolomiti“ starten konnten.

Mit dabei waren 7 Teilnehmer. Die Wetterprognosen standen für die ersten Tage nicht gut. Es wurde für die nächsten Tage Regen und sogar in höheren Lagen Schnee vorausgesagt.

Kurz vor St. Vigil hatte uns der Regen eingeholt und wir mussten zum erstem mal die Regenkleidung anziehen. Nach dem Abendessen wurde noch einmal ein Blick auf die Tour für den nächsten Tag geworfen. Zur Fanes fahren machte bei den Wetterbedingungen keinen Sinn.

Daher galt es einen Plan B zu schmieden.

2. Tag # St. Vigil > Corvara  # Shuttle Fahrt

Am Morgen, viele Wolken die nichts Gutes verhießen. Wir entschlossen uns mit einem Shuttle nach Corvara zu fahren. Die Organisation war nicht ganz einfach. Ein Taxi Shuttle hatte die Bikes und uns sicher nach Corvara gebracht. Schon auf der Fahrt nach Corvara kam Unmut über den Wetterbericht auf. Diesmal war die Vorhersage nicht richtig. Bis zum Nachmittag hatte es nicht geregnet. Vier von uns war es zu langweilig und sie unternahmen noch eine kleine Radl Tour. Prompt kamen sie in den Regen ...

3. Tag # Corvara Grödner Joch > Val Duron > Fassatal > Molina di Fieme  # 82 Km – 1142 Hm

Die ganze Nacht regnete es. Der Wetterbericht hatte Recht. Schneefall bis auf 1800 m. Am Morgen waren die Berge Schnee bedeckt. Uns blieb keine andere Wahl, um nach Molina di Fielme zu kommen mussten wir über das Grödner- und Sella Joch fahren.

Um 9 Uhr starteten wir zum Grödner Joch. Es war zwar recht frisch (4 Grad), aber die Auffahrt verlief gut. In der Grödner Alm wärmten wir uns auf bevor es zum Sella Joch weiter ging. Die Aussicht und die Stimmungen in den Dolomiten waren grandios. Bedingt durch den Schnee konnten wir leider nicht den Franz August Weg fahren, sondern mussten den Abstieg über die Passstraße antreten. Die lange Abfahrt nach Canazei war, obwohl wir alles an Kleidung anhatten, ganz schön zapfig. Bis Molina di Feme waren es jetzt 40 Km bergab, Auf dem Radweg ging es  flott dahin. 

Angekommen am Hotel Ancora **** schauten wir in welch einer schönen Herberge wir untergekommen waren. Das Abendessen mit dem 4 Gänge Menü war vom feinsten. 

4. Tag # Molina di Fieme > Manghenpass > Val Sugana > Kaiserjägerweg > Bertoldi  # 73 Km – 2223 Hm

Nach dem Frühstück im Hotel Ancora war der Anstieg zum  Mangehnpass teils sehr anstrengend. Wir alle waren nach dem reichlichen Frühstück sehr träge. Die Auffahrt zum  Mangehnpass war recht kühl bei gerademal 6 Grad. Nach 2.45h waren wir am Pass angekommen. Keiner von uns wollte etwas essen sondern gleich die 1500 Hm und ca. 23 Km ins Tal rauschen. In Borgo gab es dann doch einen Cappuccino. Auf dem Radweg ging es dann weiter nach Levico Terme.

Die letzte Etappe für den Tag führte uns über den Kaiserjägersteig zum Passo Menador. Die restlichen 4,5km bewältigten wir auf losem Schotter nach Chiesa. Unser Hotel Du Lac ist empfehlenswert. 

5. Tag # Bertoldi > Passo Sommo > Monte Maggio > Colle Xomo > Rif. Campogrosso  # 54 Km -  1943 Hm

Frühstück gab es entgegen unseren Gewohnheiten erst um 8.00 Uhr. Daher sind wir auch später vom Hotel los gekommen. Die Zeit fehlte am Ende des Tages. Zuerst fuhren wir zum Monte Maggio den wir erst gegen 12 Uhr erreichten. Diesmal gab es keine Nebelfelder und die Sicht war grandios. Bis zum Adamello Gletscher und einen Teil der Brenta konnten wir sehen. Auf der anderen Seite sah man die Po Ebene. Nach einer kleinen Stärkung durften wir den teilweise anspruchsvollen Trail zum Pass Borcolo fahren.

Manchmal musste das Rad auch geschoben werden. Nach der rasanten Abfahrt ging es wiedermal Bergauf zum Pass Colo Xomo. Das war recht anstrengend, daher gönnten wir uns oben im Refugio eine Pause. Gut gestärkt traten wir die letzten 550 Hm an, die stellenweise recht zäh waren. Gegen 18 Uhr erreichten wir das Refugio Campogrosso. 

6. Tag # Rif. Campogrosso > Albaredo > Mont Zugna > Ala > Avio  # 67 Km – 1329 Hm

Nach sehr gutem Frühstück, das hatte keiner von uns gedacht, lag eine lange Auffahrt mit viel historischem Hintergrund vor uns. Hier verlief die Frontlinie des 1.Weltkrieges (1915 -1918). Mit der Erwartung im Refugio Zunga einkehren zu können war nichts geworden. Heute geschlossen.... 

Da mussten unsere Riegel herhalten. Viel schlimmer war es, dass uns das Trinkwasser langsam ausging. Nach der Pause ging es weiter zum Monte Zunga. Bei der Auffahrt sprang die Kette von Birgits Rad und verklemmte sich in der hinteren Schwinge. Ein herausziehen der Kette war nicht möglich. Die Kette musste geteilt und zusätzlich die Luft aus dem Dämpfer gelassen werden. Erst jetzt war es möglich die Kette zu lösen. 

Nach der Reparatur fuhren wir auf dem schmalen Pfad weiter. Ein kurzer Stopp um eine Weste anzuziehen. Da hatten wir wohl oberhalb von uns eine Gams aufgeschreckt. Vorsicht Steinschlag… Die Gams hatte einen großen Stein losgetreten der genau zwischen Hans und mir einschlug. Das war knapp...

Fast 1800 Hm auf einer groben Schotterstraße bergab und immer noch kein Wasser. Hans mit seinem Hardtail war nicht zu beneiden. Volle Konzentration war hier gefragt. Ein Sturz konnte fatale Folgen haben. 

Geschafft! 

Die 13 Km lange Schotterpiste hatten wir hinter und es gab in der Ortschaft Marani D Ala zum Glück einen Brunnen. Jetzt waren es noch 9 Km bis Avio allerdings bei aufgeheiztem Gegenwind. Super, das hat uns gerade noch gefehlt. In Avio angekommen suchten wir erst einmal ein Café. Dieses lag in der prallen Sonne, nein danke. Am Brunnen gab es einen schattigen Platz. Birgit und Georg kümmerten sich um den Cappuccino, Alfred besorgte im nahegelegenen Supermarkt Kuchen und Kekse.  Jürgen hat sich eine Pizza Margarita gekauft. Nach der Stärkung fuhren wir zum Hotel und das Abendessen genossen wir in der einzigen Pizzeria am Ort. Nach dem obligatorischen Gute Nacht Trunk war im Hotel noch einmal volle Konzentration gefragt. Die geplante Tour am letzten Tag war aus Zeitgründen nicht machbar. 

7. Tag # Avio > Ala >  Chizzola > Crosano >  Brentonico > Torbole  > Gardasee # 42 Km – 1063 Hm

Wie schon erwähnt war die Route über den Monte Baldo für unsere Gruppe nichts. Daher entschlossen wir uns einen anderen, aber auch recht anspruchsvollen Weg zu fahren. Schotterweg, steile Rampen und keine Ende. So kennen wir die Umgebung vom Gardasee.

Beim ersten Blick auf den Gardasee, waren alle Anstrengungen der letzten Tage vergessen.

Es ist immer schön mit eigener Kraft die Strecke von 394 Km und 10145 Hm geschafft zu haben.

In Torbole angekommen gab es ein Bad im Gardasee. Danach eine Eistaufe für Birgit, die zum ersten Mal eine Transalp fuhr. Darüber hinaus müssten wir uns alle vor Hans verbeugen. In seinem Alter und alles mit einem Hardtail gefahren. Respekt!