Herrliche Touren bei blauem Himmel und Sonnenschein, allerdings wenig Schnee!
Es gab im Vorfeld mehrere Situationen, die die Durchführbarkeit der Tour in Frage stellten, aber wir haben allen Hindernissen getrotzt und sind am Montag um 7 Uhr mit dem Vereinsbus von Peissenberg nach Tiers/Südtirol gefahren.
Das erste „Hindernis“ war die Schneearmut und die Entscheidung, dass wir statt Schneeschuhtouren wohl eher „Grödeltouren“ (alias ramponcini!) unternehmen werden. Die nächste Herausforderung war, dass sich das kleine, fiese C-Virus nach jahrelanger Abstinenz nun doch bei Angelika einnisten musste! Zum Glück klärte sich die Sektion bereit, dass Gerlinde mit Unterstützung von Team Lumi einspringen durfte und wir die Tour nicht stornieren mussten. Durch viele gemeinsame Touren bestens eingespielt haben wir aber all diese Herausforderungen angenommen und hatten 5 wunderschöne Tage zusammen!
1. TAG: Tschafon und Völseggspitze (8,8 km, 753 Hm)
Ohne Stau und mit Cappuccino-Stopp in Sterzing sind wir kurz vor Mittag bei strahlendem Sonnenschein in Tiers angekommen. Martina und Angelika waren bereits vor Ort und hatten alles wunderbar vorbereitet, so dass wir schnell einchecken und dann schon die erste Tour machen konnten. Über die Capella St. Sebastian, Wuhnleger und Tschafonhütte ging es zur Völseggspitze (1.834 m), wo wir einen ersten Eindruck bekamen, in welchem fantastischen Gebiet wir die nächsten Tage unterwegs sein sollten: Bozen im Tal, ringsum herrliche Berge wie die Rosengartenspitze, die Vajolet-Türme, Latemar. Beim Abstieg hatten wir Glück, dass wir den Rosengarten in seinen bekannten Farben leuchten sehen konnten! Am Abend wurde dann eine Ferienwohnung zum Restaurant umgebaut und Martina zauberte eine Südtiroler Spezialität: Spinatspätzle in Schinken-Sahne-Sauce, Salat - und Apfelkuchen gab's von Franziska zum Dessert.
2. TAG: Vajolet- und Preuss-Hütte (14,4 km, 790 Hm)
Am nächsten Morgen ging es mit unserem Bus früh über Niger- und Karerpass in Richtung Fassatal. Ausgehend von Muncion waren Vajolet- und Preuss-Hütte (2.243 m), die direkt nebeneinander liegen, unser Ziel. Es war sehr beeindruckend, unterhalb der gewaltigen Felswände zu laufen, die Vajolet-Türme immer im Blick. Unterwegs noch ein wenig Schneekunde, Hangsteilheitsmessungen und ein Schneeprofil. Auf dem (gleichen) Rückweg haben wir dann noch eine Einkehr am Rifugio Gardeccia gemacht, wo es neben Apfelstrudel auch eine besondere Spezialität aus Kartoffelteig gab: Ciambelle mit Preiselbeeren standen auf der Speisekarte. Das „mussten“ Klaus und Martina unbedingt probieren und waren ganz begeistert. Nach dem Abstieg ging es dann mit unserem Alpenvereins-Bus zurück nach Tiers. Am Abend wurden wir von Gerlinde mit ihren berühmten Kaspressknödeln verwöhnt.
3. TAG: Durchs Labyrinth unterhalb des Latemar (9,8 km, 363 Hm)
Vom Karerpass ging es zunächst entlang von Skipisten zu den Latemarwiesen. Wir waren nicht nur happy, dass die Tour mit Schneeschuhen möglich war, sondern vor allem, dass Angelika wieder mit von der Partie war! Die „Schonzeit“ war vorüber! Die angekündigte gemütliche, kurze Tour, wurde erweitert um zwei Gesamtübungen zur Lawinenverschüttetensuche. Da wurde einigen bewusst, wie lange die letzte LVS-Übung her ist und dass es wirklich wichtig ist, in regelmäßigen Abständen die Theorie in der Praxis zu proben. Nach einer kurzen Stärkung ging es dann in Richtung Latemaralm, Mitterleger und danach durch das Labyrinth zurück. Dieser Weg war eine „alpine Perle“, schmale Felsdurchgänge, Felsen mit Baiser-Hauben aus Schnee, ein Wintermärchen oder wie Lizzy sagen würde, „a Träumle“! Auch an diesem Abend gab es wieder ein kulinarisches highlight: Dreierlei Linsen-Dal mit leckeren indischen Gewürzen, Joghurt-Dip, Naan-Brot und Rote Beete Salat, gekocht von Klaus, Franziska und Bettina.
4. TAG: Tschamintal incl. outdoor-Raclette (16 km, 810 Hm auf, 868 Hm ab)
Das war ein Weiberfasching der besonderen Art. Gestartet in St. Cyprian gingen wir ohne Schneeschuhe immer am Wasser und bizarren Eisformationen entlang. Es war traumhaft, immer die felsigen Dolomiten-Türme im Blick, ging es durch das Tschamintal. Am Rechten Leger wäre schon ein sonniges Plätzchen für unser besonderes Mittagessen gewesen, aber wir entschieden uns, weiterzugehen und wurden belohnt. Es gab einen weiteren tollen Rastplatz in der Sonne, an dem wir unsere Raclette-Pfännchen auspackten. Die Pellkartoffeln, die morgens schon gekocht wurden, waren noch warm, da sie gut isoliert in Zeitungspapier und Daunenjacke eingewickelt waren. Dazu gab es saure Gurken und feinsten geschmolzenen Raclette-Käse, ein kulinarischer Genuss, der nun bei den Angelika-Touren schon fast zur Tradition geworden ist. Zurück in unseren Ferienwohnungen wurden wir dann von Ricky mit Kasspatzn und verschiedenen Salaten verwöhnt. Überraschend kamen am letzten Abend bislang unbekannte Talente zum Vorschein, und es gab ein Dessert der besonderen Art. Lizzy hatte zum Weiberfasching Hüte für alle gebastelt und stieg „in die Bütt“. Ihre karnevalistische Einlage war grandios und wurde am Schluss noch gekürt mit Faschingskrapfen – was war das für ein Genießer-Donnerstag!
5. TAG: Über die Haniger Schwaige zur Baita Messnerjoch (9,8 km, 557 Hm auf, 435 Hm ab)
Nachdem die Ferienwohnungen verlassen und alles wieder im Bus verstaut war, ging es mit Bus und Wohnmobil Richtung Nigerpass. Wir starteten, die Schneeschuhe zunächst am Rucksack verstaut, über Forstwege durch den Wald zur Haniger Schwaige. Später konnten wir dann die Schneeschuhe anschnallen. Es ging am vereisten Bach entlang, immer wieder fantastische Blicke auf Laurinswand sowie die Vajolet-Türme (dieses mal von der anderen Seite) und danach über ein Sonnenplateau weiter Richtung Baita Messnerjoch (1.930 m). Kurz vor unserem Ziel, einer herrlich am Rand der Skipiste gelegenen Almhütte unserer Vermieter, stieß dann Angelika zu uns, die den Vereins-Bus an anderer Stelle geparkt hatte, so dass der Abstieg schneller möglich war. Auf der Terrasse der Hütte konnten wir dann zum Abschluss in der Sonne sitzen und uns noch einmal satt sehen an den gewaltigen Bergen ringsum, wie Latemar, Schwarzhorn und Weißhorn. In der Ferne Brenta, Ortler- und Texel-Gruppe, sowie die südlichen Ötztaler. Nach einem kurzen Abstieg hieß es dann „Abschied nehmen“ vom herrlichen Rosengarten-Gebiet. In 3,5 Stunden ging es staufrei nach Peißenberg.
Vielen Dank an Angelika, Martina und Gerlinde, die die tollen Touren ausgesucht und trotz einiger Herausforderungen möglich gemacht haben. Wir hatten eine fantastische Zeit mit Bilderbuch-Wetter und landschaftlichen sowie kulinarischen Highlights. Wir hatten viel Spaß miteinander und waren uns einig, dass es mal wieder „a Träumle“ war!
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