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Schneeschuhtouren im Passeier Tal

14.01.2026

Nach einer interessanten Fahrt über den Jaufenpass seinem Truck der erste Eindruck: kein Schnee, nirgends,- braune Hänge soweit das Auge reichte, gekrönt von ein paar weißen Bergspitzen.

Passeiertal 14.01. - 19.01.2026

Nach einer interessanten Fahrt über den Jaufenpass seinem Truck der erste Eindruck: kein Schnee, nirgends,- braune Hänge soweit das Auge reichte, gekrönt von ein paar weißen Bergspitzen.

Von unserer Ferienwohnung in Stuls, schön gelegen auf der Sonnenterrasse des Passeiertals starteten wir am Mittag zur Hochalm, wenig Weiß, dafür die Hochalm: ein ziemlich herrschaftliches Gebäude. Zurück in Stuls gab`s Nudeln mit Petersilienpesto.

Der zweite Tag führte uns dann doch vor Augen, wie viel Schnee nordseitig ganz oben liegen kann. Das Gipfelkreuz des Glaitner Hochjochs blieb wegen unklarer Wächtenlage unerreichbar. Acht hochmotivierte Frauen hatten sich bis auf etwa fünf Meter unterhalb des Gipfels durch steiles Gelände hochgekämpft. Abendessen: Kässpatzn.Tag Nummer drei begann wettertechnisch besser als vorhergesagt und wir marschierten auf der Gegenseite des Tals hinauf zum Strizon, durch beachtliches Blockgelände, das durch den Schnee, der dort oben lag, auch nicht leichter zu begehen war. Die Schneeschuhe waren vorallem im Abstieg ein Segen. Abendessen: Lauchrisotto.

Der Tag, der mit strahlendem Sonnenschein aufwarten sollte, wurde unser Dauernebeltag. Graue Nebeldecke, wie mit dem Lineal gezogen und wir mittendrin. Hinauf ging`s zum einst höchstgelegenen Bergwerk Europas, St. Martin am Schneeberg. Nomen est Omen, oben erwartete uns unberührter Pulverschnee, mittendrin die noch erhaltenen Gebäude und die Ruinen des Bergwerks, heute ein Museum. Wir bekamen einen guten Eindruck davon, wie unendliche mühselig das Leben für die vielen Männer, Frauen und Kinder gewesen sein musste, die dort oben schufteten. Kälte, schwere Arbeit, unzureichende Kleidung, Krankheiten, Elend. Und jeder Stamm, der den Stollen abstützte, musste hinaufgetragen werden, alle Gegenstände, alle Lebensmittel. Es gab aber auch einen Eindruck davon, wie erfinderisch Menschen sind,- ein gut erhaltener, unfassbar steiler Wassertonnenaufzug legt Zeugnis davon ab.

Abendessen: die Reste der drei vorhergehenden Abendessen.

Am Sonntag gab es endlich eine Einkehr unterwegs! Die Ulfaser Alm empfing uns mit Wärme und Gastlichkeit nach einer schönen Tour, die zunächst einem Waalweg folgte, dann hinauf Richtung Hitzenbichl führte, dann bergab, aber auch wieder ziemlich bergauf und durch wunderbaren lichten Wald schließlich hinab zur Alm.

Abendessen: Raclette nach Schweizer Art.

Am Montag machten wir uns auf den Heimweg. Unterwegs, ganz oben am Jaufenpass kamen unsere Schneeschuhe noch einmal zum Einsatz. Es war das einzige Mal, dass wir schon im Schnee starteten, eine echte Schneeschuhtour auf den Fastnachter. Der Himmel zeigte sich von seiner dramatischen Seite, das kommende Hoch riss dann doch noch ein paar Wolkenlücken. Im Abstieg gab es dann tatsächlich auch noch eine offene Hütte mit Kaffee, etc. Anschließend ging es tatsächlich heim!

Danke an die zuverlässigen und routinierten Fahrerinnen. Danke vorallem an die souveränen, verantwortungsvollen Führerinnen Angelika und Martina, die uns sechs sehr schöne Tage organisiert und mit viel Freude und Fachwissen begleitet haben. Danke an alle Teilnehmerinnen, die sich gut vertragen haben, hervorragend gekocht haben und sich viel zu erzählen hatten: das „Rucksackradio“ war immer auf Sendung! Der einzige Wehmutstropfen war das Wetter,- vorher Sonne, nachher Sonne, wir zwischendrin.

Schön war`s trotzdem!

Christine Dietrich