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Schneeschuhtouren rund um die Amberger Hütte

18.03.2024

Am 18. März haben wir uns zusammen mit Angelika auf den Weg gemacht zur Amberger Hütte (2135m).

Getroffen hat sich unsere Gruppe am Parkplatz in Gries im Sulztal. Wir, sieben wanderlustige Damen und ein Quotenmann, sind unter wolkenverhangenem Himmel aufgestiegen und mußten auf halbem Weg schon mal die Regenjacke ausgraben, es fing an zu schneien. Den Nachmittag haben wir dann  auf der Hütte verbracht, die Tourenmöglichkeiten besprochen, Tourenplanung für den nächsten Tag gemacht und die nötige Ausrüstung gecheckt.

Der nächste Tag, unser erster Tourentag, begann mit viel Sonne, und es war sehr kalt, eine gute Ausgangslage für unsere Tour auf die Kuhscheibe. LVS Check vor der Tour natürlich selbstverständlich. Nach einem kurzen Talweg ging es steil zur Sache. Der Schnee war griffig, doch der steile Aufstieg und zeitweise das Spuren im Schnee strengte uns doch an. 1100 Höhenmeter mussten nun mal auch bewältigt werden. Steilere und flachere Passagen wechselten sich ab, und zwischendurch eine kurze Pause mußte sein. Der Gipfelgrat war steil und teilweise schneebedecktes Blockgelände, es war Vorsicht geboten. Immerhin haben 3 Tapfere den Gipfel der Kuhscheibe bestiegen, mit Steigeisen und Pickel. Am Gipfelkreuz der Kuhscheibe (3190m) ein herrlicher Rundblick, die Aussicht ein Traum. Es war sehr kalt, und schnell ging unsere Gruppe zurück. Der Rückweg war der Anstiegsweg. Angesichts der unproblematischen Lawinenlage konnten wir uns Zeit lassen und die immer neuen Eindrücke, die die wunderbare Landschaft uns bot, unbeschwert genießen. Wie die Hüttenwirtin am Abend auch feststellte, dass Schneeschuhgeher nicht schon um 12 Uhr zurück auf der Hütte sein "müssen", sondern den Tag voll auskosten können. Das würde auch ihr gefallen, sagte sie. Kurz vor dem Abendessen waren wir zurück in der Hütte, und das hervorragende Abendessen hat uns gutgetan.

Erholt ging es am zweiten Tourentag auf die andere Talseite zum Schwarzenbergferner. Wieder plagten wir uns in Serpentinen den Steilhang nach oben. Das Wetter meinte es gut mit uns, kalt war es, aber es gab auch viel Sonnenschein dazu. Am Schwarzenbergferner auf ca. 3045m angekommen haben wir uns angeseilt. Unser Ziel war eine größere Runde in der beeindruckenden Umgebung auf dem Schwarzenbergferner zu drehen. Zur festgelegten Umkehrzeit machten wir uns schweren Herzens wieder auf den Rückweg. Der Anstieg der Lawinengefahr durch die rasche Erwärmung und kräftige Sonneneinstrahlung machte dies erforderlich, so daß wir frühzeitig am Nachmittag den steilen Abstieg wieder runter und zurück zur Hütte gingen.

Leider war unser dritter Tourentag ein Schlechtwettertag, es schneite dicke Flocken, keine Sicht, nur Nebel. Doch das hielt uns nicht ab, rauszugehen. Angelika marschierte mit uns ein Stück weit ins Sulztal und probte mit uns den Mannschaftszug für die Spaltenbergung. Sie brachte uns auf den neuesten Stand, und es wurde uns nicht langweilig. Auch übten wir zügiges Gehen als Gletscherseilschaft in steilen und definierten Serpentinen. Zurück an der Hütte haben wir nach dem Aufwärmen noch die Selbstrettung mit Prusik geübt an den Schaukelbalken des Spielplatzes. Nach unserem letzten wieder sehr leckerem Abendessen auf der Hütte, sind wir am Abstiegstag bei blauem Himmel und Sonnenschein zurück zum Parkplatz - und wir sind um einige Erfahrungen reicher zurückgefahren nach Hause.
Franziska Hingst