Mit einem wunderschönen Blick auf das Kaisergebirge in Tirol. Im dortigen „Gasthof zur Post“ hatten wir unsere Unterkunft und den Start unserer Touren. Nach unserer Ankunft machten wir uns gleich auf zu unserer ersten Tour auf den „Geigelstein 1808m“, dem höchsten Berg der westlichen Chiemgauer Alpen.
Wir wählten die landschaftlich schönste und abwechslungsreichste Variante für den Aufstieg. Der Weg führte uns zunächst über schattige Waldpfade, was uns angesichts der warmen Temperaturen sehr gelegen kam. Auf dem Weg über die „Schreckalm“ kamen wir zu einer aussichtsreichen Almen-Landschaft und wir konnten die ersten schönen Ausblicke zum Kaisergebirge und den bayerischen Voralpen genießen.
Besonders angetan waren wir dann von der historischen „Sulzingalm“, die von den Besitzern sehr liebevoll hergerichtet und geschmückt wurde. Als wir weiter Richtung Gipfel an die bekannte „Oberkaseralm“ kamen, hörten wir fasziniert Gerlindes Erzählung von der „Oberkaser-Marie“ zu, die nach einer entäuschten Liebe ihr Leben als Sennerin bis zu ihrem Tod mit 93 Jahren auf dieser Alm verbrachte. Während wir den Gipfel schon vor Augen hatten, zeigte die artenreiche Blumenvielfalt, warum der Geigelstein auch als der „Blumenberg“ des Chiemgaus“ bezeichnet wird.
Sie machte diese Tour zu einem wahren Genuss für Blumenliebhaber. Wie die düsteren Wolken schon vermuten ließen, setzte ein kurzer Gewitterregen ein, der uns aber nicht daran hinderte, unsere Tour fortzusetzen. Vor allem, weil sich das Gewitter sehr schnell verzog. Nach einem letzten, steileren Aufstieg im Nieselregen durch die Latschen, hatten wir das Geigelstein-Gipfelkreuz und die kleine Kapelle auch schon erreicht.
Nach der Gipfelbrotzeit konnten wir Gott sei Dank die Regensachen wieder im Rucksack verstauen. Zur Abwechslung nahmen wir für den Abstieg den etwas schwierigeren Pfad über die Südost-Flanke durch Latschen und steile schottrige Steige hinunter zur „Priener Hütte“. Schnell wurde es wieder richtig heiß und wir suchten uns ein schattiges Plätzchen zur Einkehr an der Hütte. Der Abstieg ins Tal ging über den Grünbodensteig und am Ende noch einen ermüdenden Forstweg.
Nach dem Einchecken im Gasthaus, einer Dusche und gutem Essen, war allerdings diese Müdigkeit schnell verflogen. Wir ließen den Tag gemütlich auf der Terrasse ausklingen, bei guten, fröhlichen Gesprächen, bis uns die Wirtin um 22.00 Uhr das Licht ausschaltete und die Tür zusperrte.
Ein neuer Tag, eine neue Tour !
Nach einem ausgiebigen Frühstück und verstauen unseres Gepäcks im Bus, ging es erst mal auf einen Blick in die schöne Sachranger Kirche und bestaunen der wunderschönen historisch alten Bauernhäuser im Ort. „Viele Wege führen nach Rom“, wie man so schön sagt, so ist es auch bei dem für diesen Tag geplanten „Spitzstein 1596m“. Der bergsteigerisch interessanteste, aber auch anspruchsvollste Gipfelanstieg war bis 2017 gesperrt, schlummerte praktisch in einem „Dornröschenschlaf“.
Doch nun bietet der sogenannte „Nordwandsteig“, nach einer Wegverbesserung und eine mit Stahlseilen entschärfte Rinne, eine schöne Variante für trittsichere Bergsteiger. Der Wetterbericht hatte Recht mit der angesagten großen Hitze und wir waren froh, dass der Anstieg zunächst auf einem wurzeligen Pfad durch den Wald verlief. Doch auch diesen mussten wir bald verlassen und kamen wieder in blumenreiche Almen- und Weide-Landschaft, und damit auch in die sengende Sonne.
Reichliche Trinkpausen waren an diesem Tag wichtiger denn je ! Der weitere Aufstieg führte lange meist knapp unter den Nordwänden und zwischen Felstürmen hindurch. Einfach beeindruckend und wunderschön diese Landschaft! Pfeile an den Felsen zeigen den Einstieg in die steile, fast senkrechte Rinne hinauf zum Kamm, der in wenigen Schritten zum Gipfel mit Kreuz und Kapelle führt. Zur Belustigung Aller steht hinter dem Kreuz ein Holzschlitten mit Lenkrad als Sitzbank, was natürlich unsere Gerlinde gleich zu ein paar lustige Fotos veranlasste . Wegen der extremen „Junikäferplage“ (krallten sich in Haare, Kleidung, Rucksäcke…) dort oben, machten wir uns nach einer Brotzeitpause schnell an den Abstieg. Über den „Normalweg“ geht’s hinunter zur „Altkaseralm“.
Wieder suchten wir uns dort einen Schattenplatz zu einer ausgiebigen Einkehr, die wir alle bei einem kühlen Getränk , bzw. Kaffee und Kuchen sehr genossen. Der Abstieg ins Tal erfolgte dann über einen Pfad, der teilweise durch den Wald verlief, bis hinunter zu dem kleinen Bergdorf „Mitterleiten“ mit wieder so schönen alten Bauernhäusern und herrlich blumenreich bepflanzten Gärten. Von dort gelangten wir wieder zurück nach „Sachrang“, müde und sehr glücklich über zwei so wunderschöne, ganz besondere und so abwechslungsreiche Tourentage!
Auf der Heimfahrt mit dem AV-Bus machten wir dann noch kurz Halt am Aschauer Naturbad, um uns dort noch etwas zu erfrischen, bevor wir dann endgültig glücklich und zufrieden die Heimreise antraten. Nun bleibt mir nur noch unserer lieben Gerlinde und „frischgebackenen“ Wanderleiterin ein herzliches DANKESCHÖN auszusprechen, für die tolle Wahl der Touren und die super-gute Führung !
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