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Hochtour Sustenhorn

01.07.2026

Wetterkapriolen am Sustenhorn

"Wetterkapriolen am Sustenhorn (Hochtour)
(01.-04.07.2026)
Es war ganz anders geplant!
Zuerst war der Dossen-Gauli-Trek im Berner Oberland unser Ziel – eine hochalpine Bergtour mit grandiosen Landschaftserlebnissen – im Anschluß an diese 4 Tage sollte das Sustenhorn (3505m) ein schöner Schlußpunkt sein.
Aber wie so oft: nach langer Hitzeperiode stellte sich das Wetter um, akute Gewitter- und Unwettergefahr war von Meteoschweiz für diese Region vorhergesagt, keine guten Aussichten also. Deswegen mussten wir den ersten Teil unserer Tourentage absagen - schon zum zweiten Mal!

Nachdem aber die Tierberglihütte am Sustenhorn überraschend für eine weitere Nacht Platz für uns hatte, war die Entscheidung klar!
Am 1. Juli haben wir uns auf den Weg gemacht ins Berner Oberland: Angelika, Martina, Gudrun, Vroni, Lizzy, Bettina und ich. Es ging bei strömendem Regen auf der Hinfahrt über die Lindauer Autobahn, Walensee nach Luzern und Wassen. Kurz vor Wassen dann die Feststellung: Wegen Murenabgang ist der Sustenpass gesperrt, wo wir doch rüber wollten, der Wetterbericht traf leider zu! Also, wieder zurück und über Meiringen und Innertkirchen zur Lodge am Steingletscher. Es hat inzwischen aufgehört zu regnen. So konnten wir noch einen Spaziergang zum Steinsee unternehmen. 

Am zweiten Tag dann der Aufstieg über felsiges, sehr schrofiges und kettengesichertes Gelände, zum Teil auch sehr steil, bei sehr gutem und warmem Wetter zur Tierberglihütte (2795m). Der Nachmittag dann war ausgefüllt mit Pflichtprogramm direkt unterhalb der Hütte: Steigeisengehen auf Blankeis, Gehen am Seil, Spaltenbergung, Sicherheit am Gletscher usw. 

Der dritte Tag dann startete früh nach einer (für manche) erholsamen Nacht in der Hütte. Es sollte unser Gipfeltag werden. Um 5 Uhr 30 ging es los, angeseilt, Steigeisen an, mutig starten wir. Etwas frisch der Morgen, ein paar Regentropfen und dichter Nebel, naja, wir wollten es wagen. Der Schnee morgens gut zu gehen, zum Glück kaum Blankeis, die Sicht jedoch schlecht. Unsere sachkundige Führung durch Angelika etwas sorgenvoll: Ist der Weg zu finden, können wir weitergehen, was macht die Sicht....?? Der Gletscher schneebedeckt, Spalten sind zu sehen und konnten umgangen werden. Zum Teil steil, dann  etwas Strecke, so ging es meditativ mutigen Schrittes in der Seilschaft vorwärts. Und auf einmal, es lichtete sich der Nebel, die Sonne kam raus, mit ihrer Kraft, stellenweise blauer Himmel, welch ein Glück in dieser Bergwelt. Mystisch zogen die Wolken über die Bergipfel. Langsam, aber zielsicher, stiegen wir tapfer am Seil bis zum Gipfel vom Sustenhorn. Und der blaue Himmel über uns, kein Wind, nur die Fernsicht ist durch die Wolken etwas getrübt. Allein war unsere Gruppe am Gipfelkreuz gesessen, auf 3505m Höhe, und wir konnten die Brotzeit geniessen. Zurück ging es dann auf dem gleichen Weg Schritt für Schritt, gesichert in der Seilschaft, bis zur Hütte. 

Ausgeruht nach der letzten Nacht auf der urigen Tierberglihütte sind wir am vierten Tag bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen über das felsige schrofige Gelände wieder abgestiegen und nach Käseeinkauf in der Alpkäserei zurückgefahren über den zwischenzeitlich wieder geöffneten Sustenpass über den Walensee und Hohenems nach Peißenberg. Danke an die fachkundige Führung von Angelika!
Franziska Hingst"