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Lustige-Bergler-Steig

21.06.2026

"Lustige" Kraxelei in den "Stubaier Dolomiten" bei Innsbruck

Wegen Gewitterwarnung, die sich im Nachhinein als unzutreffend herausstellte, hatten wir die Tour vorsichtshalber um einen Tag verschoben und starteten bereits um halb sechs in Richtung Stubaier Alpen, um genügend Zeitpuffer zu haben. Der hohe Ausgangspunkt vom Parkplatz des Skigebiets Axamer Lizum, 1.560 m, war bei den hohen Temperaturen sehr angenehm. Da konnten wir die auf 10 Euro erhöhten Parkgebühren für die Tageskarte verschmerzen.

Vom Parkplatz führte uns der Weg an neugierigen Kälbchen und etwas aufdringlichen Pferden vorbei zum Halsl. Hier auf einem Joch in knapp 2.000 m Höhe treffen mehrere Wege und Steige aufeinander und die letzten Büsche bieten noch etwas Deckung für wichtige Zwischenstopps. Nach einer kurzen Trinkpause stiegen wir weitere 400 Hm weiter zum Beginn unseres "Lustigen Bergler-Steigs". 

Dort mussten wir dem schnellen Tempo Tribut zollen und nochmal eine Pause zum Verschnaufen einlegen und Helm und z.T. Gurte anlegen. Hier begann der interessante Teil mit beeindruckenden Felsformationen und -türmen, zwischen denen sich der Weg - mal mit Stahlseil gesichert, mal ohne - hindurchschlängelt. Die Szenerie erinnerte uns an die Dolomiten oder auch die Brenta. Ein enger Felskamin und ein senkrechter Felsblock mit Eisenklammern waren hier zu meistern, bevor wir ziemlich bald zum 2.556 m hohen Ampferstein gelangten. Hier gewannen wir einen ersten Überblick über den weiteren Weg, der dem gesamten Felskamm nach Westen im Auf und Ab folgt und beliebig erweitert werden kann bis zur Hochtennspitze.
Wir stiegen nach einer Pause einen unangenehm schottrigen Pfad ab und gelangten zum zweiten Felskamin, der bereits etwas Armkraft erforderte. Der anschließende Abschnitt des Steigs führte uns unter teilweise überhängenden auskragenden Felswänden, durch Felsschluchten und auf Felsrippen. Mehrfach gewährte er uns Tiefblicke in die nördlichen Schuttkare. 
So gelangten wir bald zum höchsten Punkt, der Marchreisenspitze, 2.620 m. Von hier konnten wir einen Großteil der Stubaier Alpen mit Habicht, Wilder Freiger und dem Zuckerhütl überblicken. Sogar bis zum Olperer in den Zillertaler Alpen schweifte unser Blick.

Nach einer großzügigen Pause mit Brotzeit folgten wir dem nun leichteren Steig bis zur Malgrubenscharte, 2.450 m. Von hier ging es sehr steil in ein großes Schuttkar hinab, wo wir zum Teil knieschonend im Schutt abfahren konnten, bis wir weit unten wieder Wiesengelände und den Abstiegsweg zur Axamer Lizum erreichten. Zum Abschluss kehrten wir noch im Gasthof Adelshof in einer Kehre der Hoadlstraße ein, um nochmal den Blick zurück auf die Kalkkögel schweifen zu lassen.

Sven