Eigentlich sollte das der letzte Tag der geplanten 4-tägigen Bündner Haute Route mit Schneeschuhen sein. Doch Schneefall, Eiseskälte und stürmischer Nordwind waren für die Etappen in Höhen zwischen 2500 und über 3000m keine gute Prognose.
Fürs Hörnle aber, über 1000 Höhenmeter tiefer, gerade das richtige Ambiente! Mehr als zwei Tage lang hatte es in unserer Region tüchtig geschneit (auf dem Hohen Peißenberg 20 cm) und mit dem auch hier kräftigen Wind die Schneemengen ordentlich verblasen...
So starteten wir vier + Lumi in Kohlgrub, um über den Elmauberg zunächst auf das Hintere Hörnle zu steigen. Schon auf dem steilen Waldaufstieg lag unter den dichten Fichten so viel Schnee wie den ganzen Winter nicht. Oben wurde das Spuren mit den Schneeschuhen auch immer anstrengender – die letzten 100 Hm unter dem Gipfel waren so eingeblasen, dass der pulvrige Schnee teilweise bis zum Oberschenkel reichte. Der dichte Nebel hatte zudem auf den Bäumen zum Schnee dazu eine dicke Raureifschicht gezaubert!
Für einen ganz kurzen Moment riss es vor dem Stierkopf auf, so dass wir zwischen Nebelfetzen hinunter ins Flachland, auf die nächsten Gipfel und auf ein paar Sonnenstrahlen schauen konnten. Das Mittlere und Vordere Hörnle nahmen wir natürlich auch unter unsere Schneeschuhe – da schaute sogar ein Stück blauer Himmel aus dem Grau.
Während wir den ganzen ersten Teil unserer Tour völlig allein durchs stille Weiß stapften, lockte das bessere Wetter später doch noch mehr Leute in den schönen Schnee, ein für diesen Winter seltenes Vergnügen...